Jetzt jugendpolitisch durchstarten!

„Jugendpolitik ist wichtig! – gerade in Sachsen-Anhalt!“ Dies ist das Signal, welches von der landesweiten Fachtagung Fokus Jugend des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. (KJR LSA) am Montag ausging. 100 Teilnehmende hatten sich aktiv in Workshops und im Jugendpolitischen Haring in die Diskussion eingemischt. Dabei waren Ehrenamtliche aus Jugendverbänden, Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit genauso involviert wie Landes- und Bundespolitiker.

Sven Frye (Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendring e.V.) unterstrich während des Fachtages die Rolle der Jugendverbände innerhalb der eigenständigen Jugendpolitik. „Als Ort der Selbstorganisation und Partizipation ist es ihre Aufgabe, sich für junge Menschen stark zu machen. Sie bieten Raum für Selbstbestimmung und sind Experten, wenn es um die Beteiligung junger Menschen geht.“ Die Teilnehmenden am jugendpolitischen Hearing betonten ebenso die Wichtigkeit einer aktiven eigenständigen Jugendpolitik. Gerade in den neuen Bundesländern ist in Zeiten des Demografischen Wandels eine Stärkung der Jugendpolitik zwingend erfolgen. „Das macht deutlich,“ so Rolf Hanselmann (Vorsitzender des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt) „dass es nicht heißen darf: weniger junge Menschen gleich weniger Mitbestimmung, und folglich weniger Kinder- und Jugendarbeit – sondern das muss heißen: mehr Engagement für junge Menschen, mehr Mitbestimmung und Wertschätzung dessen, was junge Menschen auf die Beine stellen, mehr Beteiligungsmöglichkeiten schaffen – auch in der Politik.“ Gefordert sind dabei nicht nur die Politiker, sondern auch alle, die mit jungen Menschen in Kontakt stehen.

„Unsere Antwort auf die aktuellen Fragen der Jugendpolitik heißt jungendpolitisches Programm“ berichte Hanselmann. Ein solches fordert der KJR LSA bereits seit 2011. Konkret sollen hier Fragen wie Mitbestimmung junger Menschen in den Dörfern und Städten des Landes, aber auch die Absenkung des Wahlalters eine Rolle spielen. „Uns ist wichtig, dass junge Menschen wieder in den Fokus der Politik gerückt werden, dass sie sich ernst genommen fühlen,“ erläutert Hanselmann. Hierfür ist es aus Sicht des KJR LSA unabdingbar, ein stimmiges Programm gemeinsam mit der Landesregierung zu entwickeln, das über die Grenzen der Kinder- und Jugendhilfepolitik hinausgeht. „Kinder und Jugendliche lassen sich nicht in politische Ressorts pressen. Ihnen ist es egal, ob eines ihrer Anliegen in die Zuständigkeit des Wirtschafts-, des Kultus- oder des Sozialministers fällt. Für sie ist es wichtig, ernst genommen zu werden und dass mit ihnen gemeinsam auf Augenhöhe Lösungen gefunden werden.“

„In den vier Workshops und im Jugendpolitischen Hearing sind heute viele Spannende Ideen entwickelt worden,“ berichtet Hanselmann weiter. Neben der inhaltlichen Diskussion stand zudem das Ausprobieren neuer Formen der Jugendpolitik. Geht es nach den Teilnehmenden, sollen zukünftig Entscheidungsträger mit vielfältigen Methoden auf die Kinder und Jugendlichen aufmerksam werden. Von Kabarett über Twitter bis hin zur Fußbodenzeitung wurde viel erprobt und sogar bis zur Bühnenreife gebracht. „Der Fokus Jugend 2012: Jugendpolitik kann für uns nur ein Meilenstein sein,“ resümiert der Vorsitzende. „Jetzt geht es darum, die vielen neuen Ideen und Impulse, die heute entstanden sind, voran zu bringen und umzusetzen. Dabei bauen wir auf jeden einzelnen der 100 Teilnehmenden.“

Die Fachtagsreihe „Fokus Jugend“ des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. fokussiert seit 2002 jedes Jahr ein anderes jugendpolitisch relevantes Thema und setzt damit Impulse für die Kinder- und Jugendarbeit im Land Sachsen-Anhalt. Der „Fokus Jugend 2012: Jugendpolitik“ wird gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt und unterstützt durch die Städtischen Werke Magdeburg GmbH (SWM), die NORD/LB – Landesbank für Sachsen- Anhalt und MITGAS (Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH).

Weitere Informationen zum „Fokus Jugend 2012: Jugendpolitik“ sind beim KJR LSA unter www.kjr-lsa.de direkt oder auf der Internetseite www.fokusjugend.de zu finden.

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