Jugendkanal vermisst

Konferenz der Landesjugendringe enttäuscht von der wiederholten Vertagung der Grundsatzentscheidung zum öffentlich-rechtlichen Jugendangebot. Die Ministerpräsident*innenkonferenz verpasste einmal mehr die Chance dazu in der vergangenen Woche, so die Jugendvertreter*innen.

Ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Angeboten des privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunks kann nur gewährleistet werden, wenn die Länderchefs als Entscheider*innen endlich die rechtlichen Grundlagen für ein öffentlich-rechtliches multimediales Jugendangebot schaffen, mahnen Landesjugendringe aus der ganzen Republik. Sie kritisierten bei ihrer Konferenz in Mainz, dass durch die wiederholte Vertagung der Entscheidung in der vergangenen Woche den jungen Menschen landauf landab ein an sie gerichteter Jugendkanal vorenthalten wird.

Vom privaten Sektor in Deutschland gibt es schon seit über einem Jahr ein Social-TVAngebot für junge Menschen. „Diesen aktuellen Entwicklungen bei der Konkurrenz nicht begegnen zu können, bedeutet schon jetzt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dass er eine ganze Jugendgeneration verpassen wird“, so Matthias Fack, Präsident des Bayrischen Jugendrings.

Susanne Wingertszahn, Vorsitzende des LJR Rheinland-Pfalz befürchtet, dass mit der Vertagung große Chancen vertan wurden: „Ein crossmediales Angebot für junge Menschen kann auch neue Wege der Beteiligung von jungen Menschen entwickeln. Für die Werbung sind sie oft nur als Konsument*innen interessant, aus unserer Sicht sind sie aber vor allem Bürger*innen in der Mediengesellschaft, die an der Medienpolitik und Medienkontrolle beteiligt werden müssen.“

Dass das Potential für ein solches Angebot da ist, daran besteht für Geschäftsführer Reiner Jäkel vom Hessischen Landesjugendring kein Zweifel: „Die jungen Hörfunkwellen, die Internetangebote sowie digitalen öffentlich rechtlichen Sender haben gezeigt, dass ARD und ZDF ein großes Potenzial haben, einen Jugendkanal aufzubauen.“

Jetzt ist es höchste Zeit, dass von der nächsten Ministerpräsident*innenkonferenz im Juni Tatsachen geschaffen werden, folgern daraus die Vertreter*innen der Landesjugendring.

Kategorien:
Startseite
Schlagworte:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachte unsere Kommentarrichtlinien

Spamschutz *

YouthPOOL präsentiert