Knoten im Taschentuch für Fachkräfte der Jugendarbeit

Mit seiner Aktion im Vorfeld der Landtagssitzung im Juni hat der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. (KJR LSA) erneut auf die Arbeitssituation der Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt aufmerksam gemacht. „Mit einem Knoten im Taschentuch wollen wir die Abgeordneten daran erinnern, sich kontinuierlich für die Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit und ihre Arbeit einzusetzen,“  berichtet Gernot Quasebarth (Stellvertretender Vorsitzender des KJR LSA), „Wir fordern von der Landespolitik neben einer verstärkten Rückendeckung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit der Fachkräfte, vernünftige Rahmenbedingungen sowie eine Tätigkeit und Qualifikation der Fachkräfte entsprechende Entlohnung.“

Grundlage der Aktion ist die Beobachtung des KJR LSA, dass es immer schwerer wird, Fachkräfte für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu gewinnen. „Dies liegt nicht an den Kindern und Jugendlichen, sondern an den Rahmenbedingungen wie befristete Verträge, zu wenig Zeit für die pädagogische Arbeit, fehlende tarifliche Anpassungen und den deutlich attraktiveren Stellenangeboten in anderen Bundesländern.“ erklärt Quasebarth. Ferner weist er drauf hin, dass sich mittlerweile die Aussagen über nicht besetzte Fachkräftestellen gerade in den ländlichen Bereichen Sachsen-Anhalts häuften.
Bereits im Herbst 2011 hatten Prof. Dr. Peter-Ulrich Wendt von der Hochschule Magdeburg-Stendal und der KJR LSA gemeinsam auf die Arbeitssituation der Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit aufmerksam gemacht. Wendt hatte eine Studie zu Arbeitsbedingungen und Arbeitssituation durchgeführt und diese auf dem Fokus „Jugend 2011: engagiert, flexibel – ausgebrannt?“ des KJR LSA vorgestellt. Der Wissenschaftler hat schon damals darauf hingewiesen, dass dem Land ein massiver Einbruch in Bezug auf Umfang und Stärke des Engagements der Fachkräfte drohe.
„Die Situation hat sich aus unserer Sicht seitdem nicht verbessert, sondern vielmehr verschlechtert,“ berichtet der Vorstandsvertreter. „Eine angemessene Wertschätzung der geleisteten Arbeit erfolgt weiterhin nicht. Die Rahmenbedingungen verschärfen sich, unter anderem weil die Kommunen wie zuletzt in Magdeburg, Dessau-Roßlau oder Halle weitere Kürzungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit vorgenommen haben.“ Die Rahmenbedingungen spiegeln sich dann in den Stellenausschreibungen wider. Für z.B. 1 140 Euro netto (30h/Woche) sind immer weniger junge und qualifizierte Menschen bereit, in der Kinder- und Jugendarbeit als Fachkräfte zu arbeiten. Jede Menge Verwaltungsaufwand, die Unsicherheit, ob im nächsten Jahr die Förderung überhaupt weiter läuft und unbezahlte Mehrarbeit sind nur einige Aspekte. Im ländlichen Raum kommen dazu lange Wege zu den unterschiedlichen zu betreuende Clubs. „Wir brauchen uns nicht wundern, wenn am Ende niemand mehr da ist, der den Job machen will,“ resümiert Quasebarth und fordert die Politik damit erneut zu einem zügigen und nachhaltigen Handeln auf.

Weitergehende Informationen zum Thema unter www.fachkraefte.kjr-lsa.de

 

Kontakt
Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V.
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Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. ist der Zusammenschluss von 23 landesweit tätigen Jugendverbänden, 3 Dachverbänden sowie der Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendringe der kreisfreien Städte und Landkreise. Er vertritt die Interessen der Kinder und Jugendlichen sowie seiner Mitglieder gegenüber dem Land Sachsen-Anhalt und der Öffentlichkeit. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. ist Träger der Landeszentralstelle juleica. Für Nachfragen steht ihnen der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. gern zu Verfügung.

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