Politik setzt den Fokus auf junge Menschen

In seiner 36. Sitzung am 13. Dezember 2012 hat der Landtag von Sachsen-Anhalt die Landesregierung beauftragt, den Rahmen für eine eigenständige und ressortübergreifende Jugendpolitik zu erarbeiten. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. (KJR LSA) begrüßt diesen Beschluss und sieht ihn als wichtigen Schritt, die Perspektiven, Wünsche und Ideen von Jugendlichen wieder stärker in den Mittelpunkt der Landespolitik zu rücken. Bereits seit 2011 hatte der KJR LSA die Landespolitik dazu aufgefordert, ein jugendpolitisches Programm zu entwickeln. „Jugendliche sind mehr als ein Teil einer Familie, sie sind aber auch keine Kinder mehr! In den letzten Jahren lag der Fokus der Politik aber genau auf diesen beiden Bereichen. Es ist gut und richtig, dass Jugendliche und ihre Ideen, Perspektiven und Wünsche von der Politik wieder stärker ernst und wahrgenommen werden sollen“, erläutert Rolf Hanselmann (Vorstand des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt) dies Forderung.

Aus Sicht des KJR LSA ist mit dem Beschluss allerdings erst der erste Schritt getan „Das Land steht am Anfang eines Prozesses, der nun gestaltet werden will“, bewertet Rolf Hanselmann die Situation. Wie eine eigenständige Jugendpolitik am Ende aussehen muss, kann jedoch nicht vom grünen Tisch aus beantwortet werden. Eine eigenständige Jugendpolitik muss das Ergebnis von verschiedenen Diskussionsrunden sein, die junge Menschen und ihre Interessenvertretungen konkret mit einbeziehen.

„Fragt man junge Menschen, welche Themen sie beschäftigen, welche ihnen wichtig sind, erkennt man schnell, dass es kaum politische Bereiche gibt, die für Jugendliche nicht von Bedeutung wären“, so Rolf Hanselmann. “Uns ist daher  wichtig, dass eine jugendpolitisches Programm nicht an den Zuständigkeitsgrenzen halt macht. Themen wie öffentlicher Personennahverkehr, Schulpolitik oder Jugendstrafvollzug sind Fragen, die Jugendliche angehen und beschäftigen – auch wenn diese nicht in die Zuständigkeit des Ministeriums für Arbeit und Soziales fallen. Ziel muss es sein, junge Menschen in ihrer Gesamtheit zu sehen. „Wir müssen zudem auch aufhören, immer nur die negativen Seiten zu sehen und auch das mit in den Blick nehmen, was Jugendliche in und für unsere Gesellschaft leisten und welche Rahmenbedingungen sie hierfür benötigen.“

Im Zuge der Erarbeitung müssen aus Sicht des KJR LSA alle beteiligten Akeur*innen an einen Tisch geholt werden und sich gleichberechtigt als Expert*innen ihrer Gebiete, in den Prozess einbringen dürfen. Besonders wichtig ist hierbei die Beteiligung der Jugendlichen selbst. Hierfür bietet der KJR LSA als Interessenvertretungen von und mit jungen Menschen seine Unterstützung an. Nur so kann gewährleistet werden, dass Ideen und Maßnahmen im Programm Wirkung erzielen.

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