Sommerferienzeiten nicht nach Profiten, sondern jungen Menschen ausrichten!

Die Ministerpräsident*innen wollen den Korridor für die Sommerferien ausdehnen. Dabei spielen tourismus- und verkehrswirtschaftliche Gründe eine zentrale Rolle. Was dies jedoch für die Arbeit der Jugendverbände bedeuten würde, findet keine Berücksichtigung. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. (KJR LSA) kritisiert die Unbedachtheit dieser rein ökonomischen Haltung.

Die Ministerpräsident*innen der Bundesländer wollen per Beschluss die Kultusministerkonferenz auffordern, sich mit der Verlängerung des Zeitrahmens für die Sommerferien von derzeit 70 auf 90 Tage zu befassen. Diese Regelung soll bereits ab 2018 in Kraft treten.

Für die Jugendverbände ist jedoch gerade die Sommerferienzeit eine äußerst aktions- und arbeitsintensive Phase. Ferienfreizeiten, Ferienangebote für den Vor- oder Nachmittag, Ferienprojekte und vieles mehr fordern viel Zeit, Energie und Personal.
„Schon jetzt ist die Arbeit in der Kinder- und Jugendarbeit kaum zu schaffen. Vor allem die Jugendverbände stehen unter enormem Druck. Sie können ihre Angebote nur durch den unermüdlichen Einsatz der vielen Ehrenamtlichen und Engagierten bewerkstelligen,“ beschreibt Stefan Brüne (Vorsitzender des KJR LSA) die Lage.

Ein ausgedehnter Korridor der Sommerferien würde die Arbeit von Jugendverbänden daher enorm erschweren. Nicht nur, dass sich dadurch die arbeitsintensive Phase im Sommer verlängert. Jugendverbände und außerschulische Jugendbildung, die über die Grenzen der einzelnen Bundesländer hinweg Ferienangebote stellen, werden vor erheblichen Koordinierungsproblemen stehen.

Gerade auch Begegnungen sind in den Ferienzeiten ein wichtiger Aspekt. Junge Menschen treffen in Camps, Zeltlagern, bei Aktionen und Projekten auf Gleichaltrige aus anderen Regionen. Dieser Austausch wird damit stark vermindert. Das Beispiel Frankreichs zeigt allerdings, dass ein gemeinsamer Ferienzeitraum durchaus praktikabel ist. Dort sind die Ferientermine im ganzen Land überwiegend identisch. Vor allem die Sommerferien sind im ganzen Land gleich, was die landesweite Koordination von Kinder- und Jugendangeboten deutlich erleichtert.

„Dass junge Menschen und die vielen Aktiven in der Kinder- und Jugendarbeit bei solchen Entscheidungen übergangen werden, widerspricht den vielen politischen Versprechen, ihre Perspektiven und Bedürfnisse künftig stärker in Gestaltungsprozesse einbinden zu wollen. Außerdem zeigt sich daran mal wieder, dass Engagement und ehrenamtliche Arbeit nach wie vor zu gering geschätzt wird. Dabei ist der Beitrag, den Engagierte und Ehrenamtliche leisten, für die Kinder- und Jugendarbeit unverzichtbar“, sagt Stefan Brüne.

Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt fordert die Ministerpräsident*innen der Bundesländer sowie die Kultusministerkonferenz dringend dazu auf, die beabsichtigte Verlängerung des Sommerferienzeitrahmens zu überdenken. Bei einer solchen Entscheidung sind die Erfahrungen der jungen Menschen, Praktiker*innen und Aktiven in der Kinder- und Jugendarbeit zu berücksichtigen. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt fordert daher außerdem, deren Erfahrungen und Meinungen zu hören und in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

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